Unsere Geschichte

HISTORIE, LEITBILD, FUNKTION VON FRANZÖSISCH SAPPEUR, „STEINHAUER“, AUCH ZU ITALIENISCH ZAPPA, „HACKE“

EIN SAPPEUR

Ursprünglich betraut mit dem Bau von Sappen, das sind Lauf und Annäherungsgräben vor feindlichen Stellungen und Festungen, prädestinierte die Sappeure ihr handwerkliches Können auch für das Fällen von Bäumen, die Beseitigung von Hindernissen, Beschaffung von Schanzpfählen und beim Biwak- und Lagerbau.

Zu unterscheiden sind die als Sappeure bezeichneten Regimentszimmerleute der Infanterie und Kavallerie und die in eigenen Verbänden zusammengefassten Sappeure, aus denen sich gemeinsam mit Ingenieurkorps, Mineuren und Pontonieren im 19. Jahrhundert die Pioniertruppe entwickelte.

2007.07.08 appellsontag 006 rathaus

SELBSTSTÄNDIGE SAPPEUR-EINHEITEN

Da für größere Belagerungs- und Schanzarbeiten Regimentszimmerleute nicht ausreichten und zu ihrer Unterstützung abkommandierte Infanteristen oder geworbene bzw. zwangsverpflichtete Zivilarbeiter sich als ungeeignet und/oder unzuverlässig herausstellten, richtete man im 18. Jahrhundert eigene Sappeur-Einheiten ein.

In Preußen wurde mit der Neuaufstellung des Heeres nach der Niederlage von 1806 eine einheitliche Pioniertruppe gebildet, die auch die Schanzaufgaben übernahm. Die meisten anderen Staaten folgten diesem Beispiel der Heeresreform Scharnhorsts und Gneisenaus. In der Schweizer Armee hält sich „Sappeur“ als Begriff bis heute. Dort wurden zum 1. Januar 2005 die bis dahin zum Militäreisenbahndienst gehörenden Fahrleitungs- und Eisenbahn-Sappeure zu Sappeuren zusammengefasst und den Pionieren (dort „Genie“ genannt) zugeteilt.

REGIMENTSZIMMERLEUTE

Unter den kräftigsten und handwerklich geschicktesten Soldaten eines Regiments der Infanterie wählte man zwei bis vier Soldaten als Zimmerleute aus. Auf dem Marsch gingen die Sappeure an der Regimentsspitze, um quer liegende Bäume und andere Hindernisse beseitigen zu können.

Sie erhielten dafür neben ihrer normalen Bewaffnung eine langstielige Zimmermannsaxt, die auch zum Nahkampf eingesetzt werden konnte und auf dem Marsch in einem Lederfutteral über der linken Schulter getragen wurde.

Oft wurde ein lederner Arbeitsschurz mit Hüftkoppel getragen. Weil die Sappeure den Grenadierkompanien zugeordnet waren, trugen sie deren spezielle Grenadiermützen. Sie behielten diese Pelzmützen als besondere Auszeichnung meist noch, als diese bei den Grenadieren in der Regel durch den niedrigen Tschako ersetzt wurden. Oft wurden Fachabzeichen getragen, zum Beispiel bei der Linieninfanterie Napoleons zwei gekreuzte rote Äxte auf dem rechten Oberarm.